Gefahren im Internet
Vom
Internet gehen im Wesentlichen vier Gefahren aus:
1)
Spionage ( = unbemerktes Sammeln
von Daten)
2)
Datenschädigung
3)
Bauernfängerei
4)
Rechtliche Gefahren (durch
Abmahnungen etc.)
Spionage
kann u. a. dadurch erfolgen, dass ein Angreifer unbemerkt (bei der Installation
eines infizierten Programmes oder des Betriebssystems von CD beispielsweise)
und gegen ihren Willen ein Spionageprogramm auf ihrem Computer platziert.
Gerade im Bereich der Betriebssysteme scheinen vermehrt Spionagetools
eingearbeitet zu werden. Informieren Sie sich also, bevor Sie ein neues
Betriebssystem installieren bzw. verwenden Sie möglichst lange ihr altes.
Gleichermaßen ist es möglich, dass Sie beim Besuch bestimmter Seiten durch
Cookies oder entsprechende Programme ausspioniert werden oder dass sogenannte
Webbugs zum Einsatz kommen. Im Extremfall kann ein Angreifer eine nahezu
vollständige Kontrolle über ihren Computer erlangen oder willkürlich Dateien,
die auf ihrem Computer gespeichert sind in alle Welt verschicken.
Datenschädigung
erfolgt in der Regel durch Viren, die beispielsweise zu einem gegebenen
Zeitpunkt ihre Festplatte löschen.
Rechtliche
Gefahren drohen vor allem durch mangelnde Kenntnisse im Bereich von
Markenrecht, Wettbewerbsrecht, Medienrecht oder Verbraucherschutzrecht. So
können sie kostenpflichtig abgemahnt werden, wenn ihre Domain die Rechte von
Markeninhabern verletzt oder wenn Sie zu viele Daten von den Abonnenten ihres
Newsletters erfragen (Teledienstedatenschutzgesetz).
Für
Bauernfängerei schließlich gibt es unzählige Beispiele: So wurde versucht, Ware
auf Internetauktionen zu Schnäppchenpreisen zu verkaufen, die es gar nicht gab oder
es werden von Betrügern Serienbriefe mit „offiziellem“ Charakter verschickt,
die den Eindruck vermitteln, man müsse einen bestimmten Betrag überweisen,
damit die Domain erreichbar bleibt.
Vermeidung von Spionage und Viren
Eine
absolute Sicherheit gegen Spionage oder Viren können Sie nur erreichen, indem
Sie ihre Computer für immer ausschalten. Falls Sie gar keine Vorkehrungen
treffen und sich völlig naiv verhalten, so können Sie davon ausgehen, dass Sie
bzw. ihr Computer mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit infiziert werden. Es soll
im Folgenden also darum gehen, die Gefahren deutlich zu verrringern.
Gefahren durch
EMails
Die
größte Gefahr für Viren geht unserer Auffassung nach von verseuchten EMails
aus. Sie sollten daher niemals auf die einer EMail angehängten Dateien klicken,
wenn Sie diese nicht erwarten. Selbstverständlich gilt dies auch und besonders
für angehängte Excel- und Worddateien. Viren verbreiten sich u.a. über die in
den Adressbüchern und EMailaccounts ihrer Geschäftspartner abgespeicherten
Adressen. Teilweise suchen sie auch im Browser-Cache nach EMailadressen. Viele
Viren verbreiten sich über das EMailprogramm Outlook, auf welches sich einige
Hacker wohl eingeschossen haben. Wir legen ihnen nahe doch ein anderes,
möglichst nicht so bekanntes EMailprogramm zu verwenden. Eine gute und
preiswerte Alternative bietet das deutschsprachige Programm PostMe, dass es
auch in einer kostenlosen, abgespeckten Version gibt. Da einige Viren scheinbar
willkürlich oder gezielt Dateien „in alle Welt“ schicken, sollten Sie sich gut
überlegen, ob Sie sensible Dateien auf einem Computer speichern wollen, mit dem
Sie ins Internet gehen.
Falls
Sie zur Bearbeitung ihrer EMails nicht unbedingt online sein müssen (PostMe,
Outlook, etc.), so sollten Sie zuerst alle EMails downloaden, dann offline
gehen, dann die EMails öffnen und alle zweifelhaften EMails (siehe u. a.
Webbugs) sofort löschen.
Gefahren durch
Downloads aus dem Internet
Sollten
ihre Kinder Zugang zu ihrem Computer haben, dann ist höchste Vorsicht geboten,
da diese sich gerne Spiele aus dem Netz laden. Sie können davon ausgehen, dass
viele der Spiele mit Viren infiziert sind. Generell ist beim Download von
Programmen aus dem Internet Vorsicht geboten. Informieren Sie sich
gegebenenfalls über das betreffende Programm in den Groups unter google.de,
führen Sie einen Check auf Spyware (s.u.) durch und überprüfen Sie das Programm
mit ihrem Virenscanner. Laden Sie nur Programme aus dem Internet, die Sie auch
auf jeden Fall zu verwenden beabsichtigen.
Selbstverständlich
haben Sie mit Sex-Seiten nichts zu tun. Falls Sie aber einen entfernten
Bekannten haben, dessen Cousine, absichtlich oder zufällig Sex-Seiten besucht,
so raten Sie der Cousine sich auf keinen Fall Software downzuloaden, die man
angeblich benötigt, um diese Seiten zu betrachten. Oft verbirgt sich dahinter
ein Dailer (Programm, um sich ins Internet einzuwählen) und dann surft die
Cousine plötzlich teuer über eine 0190er-Nummer oder eine 0900er-Nummer. Raten
Sie der Cousine weiterhin, derartige Seiten höchstens dann zu besuchen, wenn
Javascript, ActiveX etc. im Browser abgeschaltet sind. Auch soll es ganz naive
Surfer geben, die ihre Kreditkartennummer preisgeben, da diese angeblich
benötigt werde, um sicherzustellen, dass keine Kinder die jeweiligen Seiten
betrachten können. Wir empfehlen ihnen nie, nie, nie eine Kreditkartennummer im
Internet preiszugeben. Generell stellt es ein hohes Sicherheitsrisiko dar,
Software, insbesondere von offensichtlich zweifelhaften Seiten downzuloaden.
Weiterhin empfehlen wir ihnen Windows so zu konfigurieren, dass alle (also auch
die bekannten) Dateiendungen sichtbar bleiben. Sonst kann es ihnen passieren,
dass Sie eine infizierte Word-Datei mit einem harmlosen Bildchen verwechseln.
Plug-Ins
Oftmals
werden Sie von Internetseiten aufgefordert ein sogenanntes Plug-In zu
installieren, um die Seite überhaupt bzw. optimal betrachten zu können. Wir
raten Ihnen, wegen der Sicherheitsrisiken darauf zu verzichten. Verzichten Sie
auch darauf Plug-Ins für ihren Browser herunterzuladen, die ihnen zusätzliche
Informationen über eine besuchte Web-Site liefern. Auch hier könnte spioniert
werden. Viele Dinge, die ihnen eine zusätzliche Bequemlichkeit bieten, sind oft
mit Spionagetools ausgestattet.
Gefahren beim
Surfen
Auch
beim arglosen Surfen drohen Gefahren. Die benötigten Browser weisen in der
Regel Programmierfehler auf, die zu lästigen Abstürzen oder aber schlimmer zu
Sicherheitsrisiken führen können. Sie können schon massiv geschädigt werden,
wenn Sie mit ihrem Browser die „falsche“ Seite besuchen. Beispielsweise sind
die meisten Browser so voreingestellt, dass sie die Ausführung von Javascript-
und Java-Programmen erlauben. Ein geschickter Programmierer einer Website
könnte also versuchen ihnen Programmcode unterzuschieben, der sich
Sicherheitslöcher in den Browsern zu Nutze macht. Wenn Sie also die Gefahren
beim Surfen verringern wollen, dann sollten Sie Java, Javascript, ActiveX usw.
ausschalten. Einige Internetseiten werden dann zwar nur unvollkommen oder gar
nicht dargestellt, aber wir denken, dass Sicherheit hier vorgeht. Im Einzelfall
können Sie die betreffenden Anwendungen wieder zulassen, wenn Sie der
betreffenden Seite Vertrauen schenken.
Seien
sie generell vorsichtig, wenn irgendeine Anwendung insbesondere für Browser
oder Download als „smart“ bezeichnet wird.
Es
könnte sich um eine besonders smarte Lösung handeln, um an ihre Daten oder
Surfgewohnheiten zu kommen.
Viele
Browser bieten Ihnen an Passwörter zu speichern, damit Sie diese nicht
wiederholt eintippen müssen, wenn Sie beim nächsten Mal die betreffende
Anwendung aufrufen. Passwörter gehören unserer Auffassung nach nicht auf einen
Internetcomputer. Schon gar nicht, um sich ein wenig Eintipparbeit zu sparen.
Gelingt es einem Angreifer entsprechende Passwörter auszuspähen, so könnte er
anschließend unter ihrer Identität Straftaten begehen. Hinweise wie Sie ihren
Browser optimal konfigurieren können, finden Sie über unsere Website unter
www.internet-fuer-unternehmen.de
Spyware und
Adware
Adware
sind Computerprogramme, die für den Anwender meist kostenlos sind und die sich
über die Einblendung von Werbung finanzieren. Viele dieser Adware-Programme
sind aber gleichzeitig auch Spyware, d. h. sie übermitteln ohne Erlaubnis und
Wissen des Anwenders (sensible) Daten an einen Server. Sollten Sie eines der
betreffenden Programm downloaden, dann könnten Sie ohne ihr Wissen ausspioniert
werden. Bevor Sie also ein Programm downloaden, sollten Sie daher
beispielsweise unter www.spychecker.com einen Check auf Spyware durchführen.
Gefahren durch
Mitarbeit bei der „Qualitätssicherung“
Seien
sie generell sehr vorsichtig bei der Herausgabe von Daten. Oft wird
vorgeschoben man benötige ihre Mithilfe, um das Programm und den Service zu
verbessern. Wir schlagen vor, generell auf eine derartige Mithilfe zu
verzichten. Schicken Sie also kein Quality-Feedback, wenn ihr Netscape Browser
abgestürzt ist. Schalten Sie SmartBrowsing auf jeden Fall aus, wenn Sie einen
Netscape Browser verwenden. Natürlich können wir nicht mit Sicherheit sagen, ob
die Firmen in der Tat etwas Verwerfliches im Schilde führen, aber Vorsicht ist
die Mutter der Porzellankiste.
Cookies
Cookies
sind kleine Datenpakete, die ihnen beim Surfen von bestimmten Internetseiten
auf ihre Festplatte geschrieben werden. Eine besondere Gefahr besteht, wenn Sie
sich irgendwo mit ihrem richtigen Namen anmelden und dieser ihnen in Form eines
Cookies auf die Festplatte geschrieben wird. Schalten Sie also Cookies im
Browser ab und löschen Sie alle bisher auf ihrer Festplatte sich befindenden
Cookies. Die meisten Internetanwendungen funktionieren auch ohne. Bevorzugen
Sie ansonsten Dienste, die ohne Cookies auskommen.
Internet und
Anonymität
Im
Internet sind Sie im absoluten Sinne so gut wie nie anonym. Durch
Gerichtsbeschluß kann ihr Provider gezwungen werden, ihre Identität zu
offenbaren. Wer jedoch nicht die Absicht hat im Internet Straftaten zu begehen,
der kann einiges tun, um seine Identität zu verschleiern. So bietet
beispielsweise metacrawler.de die Möglichkeit an, Internetseiten anonym zu
besuchen. Für den Betreiber der jeweiligen Seite dürfte es dann enorm schwer
werden Sie zu identifzieren oder auszuspionieren. Der anonyme Besuch bietet
sich an, wenn Sie ihre (legale) politische Meinung in einem Forum
veröffentlichen möchten oder wenn Sie vermuten, dass der Betreiber der Seite
Daten über die Besucher sammelt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten
herauszufinden, welche Angaben Sie beim Surfen preisgeben. Besuchen Sie doch
beispielsweise einmal www.metacrawler.de und checken Sie, was man mit und ohne
Anonymisierung über Sie erfahren kann. Vermeiden Sie es generell, beim Surfen
ihre „wahre“ Identität zu offenbaren und bevorzugen Sie wenn möglich ein
Pseudonym. Bedenken Sie, dass „alles“ im Internet womöglich für Jahrzehnte
gespeichert wird. Internetauftritte vergangener Tage können unter
www.archive.org (Wayback Machine) aufgerufen werden.
Firewall und
Virenscanner
Wir
empfehlen ihnen, sich in jedem Fall eine Firewall und einen Virenscanner
zuzulegen. Eine Firewall wie Zonealarm fragt Sie beispielsweise bei richtiger
Einstellung jedesmal, ob Sie einem bestimmten Programm den Zugang zum Internet
erlauben wollen oder nicht. Wenn also ein Spionageprogramm über das Internet
ihre Daten an einen fremden Server schicken will, dann sollte ihre Firewall die
Frage stellen, ob Sie damit auch einverstanden sind. Leider liest man oft sich
abenteuerlich anhörende Dinge über diese Sicherheitshilfen. Einerseits wird
berichtet, dass (insbesondere kostenlose) Virenscanner und Firewalls selbst
absichtlich „verseucht“ wurden, also sozusagen selbst schon ein Virus sind.
Andererseits ist zu hören, dass aber auch „seriöse“ Anbieter offenbar
„Partnerschaften“ eingehen. Die entsprechenden „Sicherheits“-Programme
reagieren dann angeblich nicht auf die Spionagetools der Partnerfirmen
(Spyware) oder auf die Programme von Geheimdiensten. Informieren (s.u.) Sie
sich also bevor Sie einen Virenscanner oder eine Firewall installieren. Eine
für Privatanwender kostenlose Firewall ist u. a. Zonealarm.
Webbugs
Webbugs
sind oft sehr kleine, in der Regel nicht sichtbare Bilder, die ebenfalls dazu
dienen Daten zu sammeln und zu spionieren. Sie können in HTML-EMails und auf
„gewöhnlichen“ Webseiten vorkommen. Immer wenn in einer HTML-EMail ein Bild
mitgeschickt wird, dass aber erst nach und nach über eine Online-Verbindung
aufgebaut wird, könnten Webbugs im Spiel sein. Die harmlose Variante besteht
noch darin, dass der EMail- oder Newsletterversender einfach wissen will, wie
oft sein Angebot gelesen wurde. Daher zunächst unsere Empfehlung EMails immer
offline zu lesen und verdächtige EMails mit dann „fehlenden“ Bildern zu
löschen. Insbesondere in Verbindung mit Cookies können Webbugs effektiv sein.
Eine totsichere Abwehrstrategie ist uns nicht bekannt. Allerdings soll es Programme
geben, die Alarm schlagen, wenn solch ein „Käfer“ zum Einsatz kommt.
Bauernfängerei
und Internet
Viele
Angebote im Internet sind die Fortsetzung des Kaffeefahrtenmarketings mit
anderen Mitteln! Trauen Sie keinen Firmenseiten, wo die vollständige Adresse
fehlt. Seien Sie kritisch, wenn Sie eine EMail von einem Interessenten aus
einem Entwicklungsland bekommen, der ihnen große Aufträge in Aussicht stellt,
aber vorher unbedingt ihre Firma sehen muß. Oftmals möchte er lediglich von
Ihnen eingeladen werden, um nach Deutschland zu kommen. Auf den resultierenden
Kosten, die ihr „Gast“ dann verursacht, könnte ihr Unternehmen sitzen bleiben.
Prüfen Sie hier also immer auf Plausibilität und konsultieren Sie im Zweifel
einen Anwalt.
Lassen
Sie sich nicht kostenpflichtig in zweifelhafte Branchenverzeichnisse eintragen.
Seien Sie misstrauisch, wenn ihnen abenteuerliche Geschichten von irgendwelchen
Geldern und Subventionen erzählt werden, um Anzeigen zu verkaufen. Lassen Sie
sich nicht zu (Online-) Anzeigen bei (ausländischen) Verlagen hinreissen, wenn
Sie diese nicht kennen. Lehnen Sie generell alle Angebote ab, bei denen Sie mit
zweifelhaften Argumenten unter Zeitdruck (Entscheidung bis morgen) gesetzt
werden. Seien Sie vorsichtig, wenn Sie den Eindruck gewinnen, der
Anzeigenverkäufer sei besonders psychologisch geschult, oder wenn er auf Fragen
mit Gegenfragen reagiert. Offenbar ist die Schulung notwendig, weil die
Argumente allein nicht ausreichen.
Gehen
Sie davon aus, dass ihnen niemand (auch nicht Menschen in Entwicklungsländern)
wirklich mehrere Millionen Euro schenken wird, wenn Sie als seriöse Firma ihr
Konto für Finanztransaktionen zur Verfügung stellen.
Lassen
Sie sich nicht von irgendwelchen offiziell anmutenden Serienbriefen täuschen,
die den Eindruck vermitteln, sie müßten Geld bezahlen, damit ihr
Internetauftritt weiterhin erreichbar bleibt. Fragen Sie im Zweifel ihren
Provider.
Löschen
Sie generell alle EMails, die etwas mit Sex zu tun haben. Trauen Sie keiner
EMail, in der Unbekannte in einem Standardanschreiben um ihre Hilfe bitten.
Vermeiden
Sie es in Internetcafes persönliche Kennwörter einzutippen. Prinzipiell ist es
möglich, dass ihre Tastatureingaben und damit auch die Kennwörter protokolliert
werden.
Seien
Sie sehr zurückhaltend, wenn es darum geht für Internetdienstleistungen
(insbesondere für Informationen) zu bezahlen. Die noch weit verbreitete
„Alles-ist-im-Internet-kostenlos“-Mentalität hat unseres Erachtens dem Netz gut
getan, viele Informationen kostenlos zugänglich gehalten und eine noch
schlimmere Kommerzialisierung als die gegenwärtige verhindert. In diesem
Zusammenhang raten wir auch von überteuerten Online-Kursen, insbesondere auch
für HTML ab. Oft findet man im Internet kostenlose und gleichwertige Angebote.
Allgemeines zu
rechtlichen Gefahren
Das
Internet bietet für private und gewerbliche Hompagebesitzer viele rechtliche
Gefahren. Gefahren können drohen, wenn Sie im geschäftlichen Verkehr ihre
Identität in EMails oder auf der Homepage nicht ausreichend offenbaren, wenn
Sie das Design einer fremden Homepage übernehmen, wenn Sie EMails oder
Newsletter unverlangt zustellen, wenn Sie Endverbrauchern gegenüber Preise ohne
Mehrwertsteuer nennen, wenn Sie nicht explizit sagen, wie Sie mit gesammelten
Internetdaten umgehen, wenn Sie mehr Daten als unbedingt nötig abfragen, wenn
Sie durch ihre Domain Markenrechte verletzen, wenn Sie den Namen einer Firma,
einer Marke, eines Buchtitels, einer Fernsehsendung in ihrer Domain/URL haben,
wenn sie den Namen eines Konkurrenten auf ihrer Homepage oder in den Keywords
erwähnen.
Falls
Sie zu dieser komplexen Materie Fragen haben, sollten Sie ihre IHK oder
Handwerkskammer kontaktieren. Besonders aufpassen sollten Sie vor allem, wenn
Sie einen Newsletter oder ein Gewinnspiel anbieten oder ganz generell, wenn Sie
geschäftlich mit Endverbrauchern in Berührung kommmen.
Es
dürfte wohl nur sehr wenige Internetseiten von Unternehmen geben, die keine
„Fehler“ in diesen Bereichen aufweisen. Abmahnberechtigt ist auf jeden Fall die
Konkurrenz (die wahrscheinlich einen Anwalt beauftragen wird) oder ein
zugelassener Abmahnverein. Unserer Auffassung nach ist der Gesetzgeber
gefordert praktikable Gesetze zu erlassen und das Abmahnwesen vernünftig
zu regeln. Beispielsweise sollte eine Abmahnung unabhängig vom Streitwert nicht
mehr als 100 Euro kosten dürfen. Um ihre Namensrechte zu sichern, empfehlen wir
ihnen zumindest ihre Firmenbezeichnung (ggf. zusätzlich die
Produktbezeichnungen) als Wortmarke anzumelden.
Rechtliche
Probleme zum Thema Homepage
Falls
Sie ihre Internetseiten nicht selbst programmieren, können erhebliche
rechtliche Schwierigkeiten auftauchen. Angenommen eine Werbeagentur hat ihnen
für einen bestimmten Preis einen Internetauftritt erstellt. Nun möchten Sie den
Internetauftritt oder Teile davon für ihre Kunden auf CD brennen oder auf der
Titelseite ihres neuen Print-Kataloges verwenden. Sie müssen damit rechnen,
dass die Agentur dann weitere finanzielle Forderungen gegen Sie geltend machen
wird. Oder Sie möchten die Hintergrundfarbe ihrer Internetseiten ohne Hilfe der
Agentur verändern. Auch hier könnte die Agentur ein Veto einlegen. Zwar sind
solche „Überraschungsangriffe“ der Agenturen aus unserer Sicht nicht legitim,
aber leider sind sie meist legal. Lassen Sie sich von der Agentur vor
Auftragserteilung bescheinigen, dass Sie den Internetauftritt auch auf CD
brennen dürfen, dass Sie den Internetauftritt frei nach ihren Wünschen
umgestalten dürfen oder auf die Titelseite ihres Kataloges drucken dürfen etc.
Gleiches gilt für Bilder, Logos, Grafiken oder für Print-Kataloge, die Sie ohne
Genehmigung der jeweiligen Agentur dann umgekehrt auch nicht ins Internet
stellen dürfen. Also: Sobald eine Agentur irgendetwas für Sie tut, stellen Sie
sicher, dass Sie später auch über umfassende Nutzungsrechte verfügen. Wie wir
gehört haben, verschweigen einige Agenturen gezielt diese Punkte, um dann
mehrfach für eine Leistung abkassieren zu können. Vielleicht lassen sich
seriöse Agenturen ja auch daran erkennen, dass sie diese Problematik vor
Vertragsschluß offen ansprechen. Auch suchen einige Agenturen gezielt im
Internet nach der Verletzung ihrer „Rechte“.
Falls
Sie ganz grob die Leistung einer Agentur bei der Erstellung des
Internetauftritts überprüfen möchten, so bietet sich webmasterplan.de an.
Anbieterkennung
Ähnlich
wie auf ihrem Briefkopf müssen Sie sich auch im Internet als gewerbetreibendes
Unternehmen klar zu erkennen geben. Da hier mehrere Dinge zu beachten sind,
empfehlen wir ihnen als relativ „sichere“ Lösung möglichst viele Angaben zu
ihrer Firma in einer EMail oder auf ihrem Internetauftritt anzugeben. Fehlen
gesetzlich vorgeschriebene Angaben, dann können Sie kostenpflichtig abgemahnt
werden. Die Angaben sollten leicht zu finden sein. Es kann sein, dass es
rechtlich zulässig ist auch weniger Angaben als die folgenden (am Beispiel
einer Muster-GmbH) zu machen. Fragen Sie im Zweifel bei der IHK, in
Internetdiskussionsgruppen oder bei einem Anwalt nach. Bitte verzichten Sie
wegen der Gefahren auf die Nennung ihrer Kontoverbindung(en), insbesondere im
Internet.
Musterfirma GmbH
Geschäftsführer:
Klaus Mustermann, Dr. Peter Musterhausen
Musterstrasse
4
Postfach
999999
D-999999
Musterberg (Germany)
Telefon:
099999/999999-99
EMail:
info@musterfirma-gmbh.de
Handelsr.
Nr. : 9 HRB 999
USt-Id-Nr.: DE 999999999
Rechtliche Probleme
beim E-Commerce
Falls
Sie einen eigenen Shop im Internet betreiben wollen, so sollten Sie sich vorher
gut bei ihrer IHK etc. erkundigen. Es bietet sich auch an zu schauen, wie große
Unternehmen mit eigener Rechtsabteilung ihre Shops und AGB´s gestaltet haben.
Achten Sie darauf, welche Kunden-Angaben diese verlangen, welche
Datenschutzhinweise sie geben, wie der Disclaimer aussieht, wie das Thema
Mehrwertsteuer behandelt wird usw. Das Thema der Rechtsgefahren beim E-Commerce
ist aber zu umfangreich, als dass wir es hier abhandeln könnten. Wer sich
einfach auf seinen gesunden Menschenverstand verläßt wird aber mit Sicherheit
„Fehler“ begehen. Falls Sie sich eine Shop-Software anschaffen wollen, achten
Sie darauf, dass der Bestellvorgang nicht manipuliert werden kann. Bestellen
Sie sozusagen einfach bei sich selbst und fragen Sie sich, wie ein Fremder
manipulieren könnte. Wenn ihr Shop selbsttätig eine HTML-Seite mit Einzel- und
Endpreisen erzeugt, dann sollten Sie prüfen, ob ein Kunde diese Seite nicht dadurch
manipulieren kann, indem er die Seite aus seinem Browser-Cache holt und dann
mit einem gewöhnlichen HTML-Editor die Preise nach seinen Vorstellungen
„nachbearbeitet“ und schließlich die manipulierte Seite über ihren Shop „ganz
normal“ abschickt. Ob der Kunde sich damit strafbar macht, vermögen wir
allerdings nicht zu beurteilen.
Informationen zum
Thema Online-Recht
Eine
umfangreiche Informationssammlung für unternehmensrelevante Bereiche (und noch
vieles mehr) bietet die IHK-Frankfurt (www.ihk-frankfurt.de). Fragen zum
Markenrecht können Sie kostenlos unter www.marken-recht.de diskutieren. Eine
Diskussionsgruppe zu allen Fragen des Online-Rechtes finden Sie unter
online-recht.de. Auch bei gängigen Internetzeitschriften finden Sie oft Informations- und Diskussionsforen. Informationen
können Sie aber selbstverständlich oft auch über Suchmaschinen bekommen oder
über die bei google.de unter der Rubrik „Groups“ abgespeicherten Beiträge
vieler Diskussionsgruppen.
Auch
ein Blick ins Teledienstedatenschutzgesetz kann nicht
schaden. Aktuelle Meldungen zum Internetrecht gibt es oft bei heise.de. Es ist
sicher nicht verkehrt, hier täglich einmal die neuesten Meldungen zu
überfliegen.
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